Kamerun

Kamerun_11.2012

Missionsstelle Kamerun

Das Patenschaftsprogramm für Kinder aus Yaoundé, der kamerunischen Hauptstadt, haben wir im August 2012 begonnen. Die Missionsstelle in Yaoundé hat ihre Tätigkeit erst im Oktober 2011 aufgenommen, so dass sie sich noch in der Entwicklungsphase befindet. In der Mission sind insgesamt drei Dominikanerinnen, darunter zwei Schwestern aus Polen tätig.
Die Lage kamerunischer Kinder ist sehr schwierig und viele von ihnen leben in Armut. Ganze Familien ziehen in die Haupstadt mit der Hoffnung auf bessere Verdienstmöglichkeiten und auf ein würdigeres Leben als das bisherige in der Lehmhütte im Dorf. Die Realität hat für sie aber leider nichts anderes als eine bittere Enttäuschung zu bieten. Sowohl die Lebens- als auch die Bildungskosten sind in der Hauptstadt deutlich höher als in anderen Gegenden, was die Zuziehenden oft unterschätzen. Bei ihrer Entscheidung, ihre Ortschaft zu verlassen, richten sie sich ausschließlich nach dem Wohl ihrer Kinder, denen sie eine Chance auf eine bessere Bildung geben wollen.
In Yaoundé sind die Familien dann gezwungen, auf nicht fertig gestellten Baustellen zu wohnen, was nicht selten eine Lebensgefahr für ihre Kinder darstellt. Sie haben nicht genug Geld, um zumindest eine warme Mahlzeit täglich zu essen, geschweige denn um Kinder in den Kindergarten oder in die Schule zu schicken. Auch wenn Kinder bereitwillig sind zu lernen, um ein anderes, besseres Leben zu führen, können sie ohne Unterstützung anderer ihren Wunsch nicht verwirklichen.
Über die schwierige Situation hungernder kamerunischer Kinder schreibt die polnische Missionarin, Schwester Alina.
Der Brief auf Deutsch:

Yaounde, den 12.08.2012
Liebe Wohltäter, liebe Freunde der Stiftung „Mają Przyszłość,”
Ich grüße Sie alle warm aus der kamerunischen Hauptstadt Yaounde. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Stiftung, allen Paten, Familien und Freunden der Stiftung für Ihre Unterstützung und Hilfe für unsere Schüler in Kamerun recht herzlich bedanken.
Ich bin Dominikanerin und arbeite in Kamerun seit 5 Jahren. Seit Oktober 2011 bin ich in der Missionsstelle in der Hauptstadt Yaounde tätig. Ich arbeite als Katechetin in der Hl. Petrus Apostel-Gemeinde. Die Gemeinde ist ziemlich groß und lebendig. Meine Mitschwester, Adrienne, besucht derzeit eine Krankenschwesterschule an einer katholischen Universität. Am 28. August wird auch Schwester Natalia zu uns kommen und uns bei der Arbeit hier unterstützen, worauf wir uns sehr freuen.
In Yaounde leben viele Familien in großer Armut. Die Eltern können ihre Kinder in die Schule nicht schicken, weil sie Schulgebühren nicht bezahlen können. Deswegen wende ich mich mit großer Bitte an Sie um die Patenschaftsübernahme für unsere Kinder und damit die Ermöglichung deren Schulbildung. Das Leben in der Hauptstadt ist nicht leicht, oft müssen Kinder einen langen Weg zur Schule zurücklegen. Für Familien, die keine feste Einkommensquelle haben, ist es eigentlich unmöglich, ihre Kinder auszubilden. Viele dieser Familien wohnen an gemieteten Baustellen, bis sie vom Besitzer fertig gestellt werden. Sie können es sich nicht leisten, eine eigene Wohnung zu mieten. Auch wenn ein Elternteil eine Arbeit hat, so ist er nicht imstande, die Schule allen seinen Kindern zu bezahlen. Die Schulgebühren sind hoch und werden jedes Jahr noch höher. Nur die Gehälter steigen nicht, im Vergleich zu Lebenskosten sind sie sehr niedrig. Die meisten Familien können sich daher höchstens eine Mahlzeit am Tag leisten, manchmal ist nicht mal das möglich.
Mein großer Traum sind Nachhilfestunden für Grundschulkinder. Viele von ihnen haben große Wissensdefizite, manche können nicht mal lesen und schreiben auf Französisch. Der Schulleiter der katholischen Schule, die die Kinder besuchen werden, hat uns versprochen, alle Kinder aufzunehmen, wenn sie den Stoff nachholen. Das wäre dank Nachhilfe eben möglich. Wir bleiben mit den Kindern in Kontakt im Laufe des ganzen Jahres und wir veranstalten regelmäßige Treffen für sie.
Die Schüler werden auch seelsorgerisch betreut. Kinder aus der 4. Klasse und älter besuchen Katechesenunterreicht, in dem sie auf den Sakramentenempfang vorbereitet werden.
Viele der Kinder besitzen leider keine Geburtsurkunde, wegen Vernachlässigung ihrer Eltern. Die Gebursturkunde ist jedoch notwendig, wenn man in die 6. Klasse gehen will.
Die Frage nach dem Wunsch der Kinder stellte sich als schwierig dar. Die meisten von ihnen wurden zum ersten Mal im Leben danach gefragt. Die meiste Antwort war: die Schule abszuschließen, den Geschwistern zu helfen und zu arbeiten… Ich bedanke mich im Namen unserer Schüler für die riesengroße Unterstützung, die sie von Ihnen bekommen, recht herzlich. Wir schließen Sie alle in unsere Gebete ein.
Die Grundschule in Kamerun dauert 6 Jahre: erste Klasse sil, zweite cp, dritte ce1, vierte ce2, fünfte cm1 und sechste cm2. Nach der 6. Klasse müssen alle Schüler eine Prüfung bestehen, um eine Oberschule besuchen zu können.
Der Kindergarten hat ähnlich wie in Polen drei Gruppen: eine Kleinkindergruppe (PC Petite Cection), eine mittlere Gruppe (MC Moyenne Cection) und eine Gruppe der Großen (GC Grande Cection).
Die Oberschule besteht aus zwei Stufen: die Unterstufe bilden Klassen von 6 bis 4 (also bei uns von 1 bis 3). Die Oberstufe, die viel schwieriger ist, beginnt mit der 3. Klasse. Nach deren Abschluß muss man die BPCE-Prüfung bestehen. Das ist die Eintrittskarte in die nächste Klasse. Hat ein Schüler das Schuljahr gut absolviert, also mit positivem Ergebnis, die Prüfung aber nicht geschafft, so muss er das ganze Jahr wiederholen. Gute Schulen sind jene mit einer hohen Bestehensquote, also mit guten Lehrern. In manchen Schulen ist die Bestehensquote sehr gering, weil Lehrende das Wissen nicht gut genug vermitteln können.
Dann kommt die zweite Klasse (ohne Abschlussprüfung) und danach zwei letzte Jahre, jeweils mit einer Abschlussprüfung. Nach dem ersten Jahr gibt es eine Prüfung (probatoire), die die Vorbereitung auf die Reifeprüfung und den Eintritt in die letzte Klasse ermöglicht. Auf diese Klasse folgt das letzte Schuljahr (terminal), das mit der Reifeprüfung abgeschlossen wird. Es gibt auch begabte Schüler, die nach dem Abitur gerne weiter lernen möchten, um eine Arbeit finden zu können, was hier immer noch nicht leicht ist.
Möge Gott Euch segnen und für Eure Großzügigkeit und die Güte Eurer Herzen belohnen. Mit herzlichen Grüßen aus Kamerun
Schwester Alina Sedzimir, Dominikanerin”

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Wir haben alle Kinder aus der kamerunischen Misssionsstelle in unser Patenschaftsprogramm aufgenommen. Wir haben beschlossen, dass alle dortigen Kinder bereits im September 2012 die Schule beginnen durften, obwohl viele von ihnen immer noch keinen Paten gefunden haben. Die Schulgebühren wurden aus Mitteln der Missionsstelle gedeckt, die jedoch für andere Zwecke bestimmt sind. Deswegen müssen sie auch zurückgezahlt werden. Dies erfordert leider von unseren Paten (auch denjenigen, die ihre Patenschaft erst 2013 übernehmen), dass sie 50% des jährlichen Beitrags für das Jahr 2012 im Laufe dieses Jahres ausgleichen. Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil wir kein Kind benachteiligen wollten. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Ältere Schüler und Studierende, die sich ebenfalls in unserem Patenschaftsprogramm befinden, sind verpflichtet, jüngere Kinder beim Lernen durch Nachhilfe zu unterstützen.

 

Wenn Sie Pate werden möchten, haben Sie die Möglichkeit sich selbst Ihr Patenkind auszusuchen. Hier finden Sie eine aktuelle Liste von Kindern, die auf ihren Paten warten: KINDER OHNE PATEN. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, welchem Kind Sie helfen wollen, können Sie uns per E-Mail Ihre Präferenzen (Geschlecht, Alter des Kindes) zuschicken und wir werden uns bemühen, ein „passendes“ Patenkind für Sie zu finden. Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte unter: adopcja@majaprzyszlosc.org.pl

 

Der jährliche Beitrag im Rahmen der Patenschaft für Kinder aus Kamerun beträgt 200 bzw. 250 Euro und ist abhängig vom Alter des Kindes.
Im Falle von Kindergarten- und Grundschulkindern beträgt der jährliche Beitrag 200 Euro (16,70 Euro monatlich). Im Jahre 2013 kommt ausnahmsweise 50% des jährlichen Beitrags für das Jahr 2012, also 100 Euro, hinzu. Der Unterschied kann ebenfalls in Monatsraten ausgegeglichen werden.
Bei Kindern aus der Oberstufe beträgt der jährliche Beitrag 250 Euro (20,90 Euro monatlich). Der auszugleichende Beitrag für das Jahr 2012 beträgt 125 Euro und kann ebenfalls in Monatsraten gezahlt werden.
Unter „Patenschaft-FAQ” finden Sie ausführliche Informationen zu unserem Patenschaftsprogramm, zur Höhe der Beiträge, zur Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit dem Patenkind und vieles mehr.
Sie haben die Macht, den Alltag dieser Kinder zu verändern: Hunger und Not in einige schöne Stunden, die im Kindergarten oder in der Schule verbracht werden können, wo die Kinder neben einer sauberen Uniform und Schulschuhen, auch eine warme Mahlzeit bekommen können. Somit geben Sie diesen Kindern eine Chance, ihr eigenes Leben zu ändern und das Schicksal ihrer Eltern zu vermeiden.

czekaja na pomoc

 

Wenn Sie jedoch den Kindern helfen möchten, haben Sie die Möglichkeit für einen beliebigen Zweck einen Beitrag zu spenden oder an die Missionsstelle eine Postsendung zu schicken. Für jede Art Hilfe danken wir Ihnen herzlich!
Alle Spenden ohne Angabe eines genauen Verwendungszwecks werden je nach Bedarf für die beiden Missionsstellen: in Kigera Etuma in Tansania und in Yaoundé in Kamerun verwendet. In erster Linie dienen sie zur Deckung folgender Kosten:

— Ernährung von Kindern, das heißt Mahlzeiten und Geränke für Kinder in den beiden Betreuungseinrichtungen
— Bildung, Schulsachen und -behelfe, Schuluniforme, Schuhe
— Moskitonetze, Decken, Matratzen, Pflege- und Kosmetikwaren
— medizinische Behandlung, Medikamente, Gesundheitsprophylaxe